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Was ist die Summe aus 2 und 1?

Rudermarathon auf Maas und Ijssel

Meine Ruderfreundin Nathalie aus Poissy/Paris hatte ihre Ruderkameraden/Innen nach Rotterdam zum Rudermarathon und zur Rudertour nach Delft eingeladen, ein internationale Truppe: mehrere italienische Rennruderinnen, ein Rennruderer aus London, eine Ruderin aus Frankreich und last not least auch ein paar Deutsche. Die Verständigung ging in allen Sprachen, drunter und drüber -- aber bald waren wir eine harmonische Truppe.

Wir übernachteten alle in der Jugendherberge, die unübersehbar futuristisch mitten in Rotterdam über eine Fußgängerbrücke gebaut ist. Sie besteht aus gelben Würfeln, die alle auf der Spitze stehen. Die Zimmer mit 45 Grad schrägen Wänden waren sehr gewöhnungsbedürftig, aber immerhin waren die Betten waagrecht. Wir machten noch eine Stadtbesichtigung bis es dann am nächsten Tag los ging.

Wir trafen uns um 8 Uhr am Ruderverein Nautilus von 1886. Die Ruderboote waren überwiegend küstentaugliche geklinkerte Holz- Doppelzweier mit je 2 Steuerleuten auf einer dick gepolsterten Steuerbank- eine Novum für mich. Es ging durch den Rotterdamer Hafen, nicht einfach mit dem ablaufenden Gezeiten Wasser und den durch die großen Schiffe verursachten hohen Wellen. Nach ca 8 km bogen wir ab in ruhige Seitenkanäle und die Strecke verlief nun ringförmig um Rotterdam. Die Kanäle wurden immer schmäler, so dass manchmal nur noch ein Boot Platz hatte. Nach 20 km legten wir am 2. Bootshaus des Rudervereins Nautilus an und wurden mit Kaffe , „Apfeltaat“ und Schlagsahne wieder aufgemuntert, denn es lag ja noch eine lange Strecke vor uns. Vorbei ging es an herrlicher Landschaft und es ging unter“ sehr!“ niedrigen Brücken durch. Man musste sich waagrecht ins Boot legen. Wenn man die Augen offen ließ, sah man 10cm über sich die Betonunterseite der Brücke am Gesicht vorbeiflitzen. Unvorstellbar, was passieren könnte, wenn man sich - auf anfangs nicht gut verständliches holländisches Kommando - nicht postwendend ins Boot gelegt hätte –-- und manchmal ging es sofort unter einer zweiten Brücke durch – nur nicht neugierig den Kopf anheben!
Wir sahen wunderschöne Anwesen am Ufer , oft auch mit den passenden Bootshäusern, mit den dazu passenden Booten und den übergroßen holländischen Flaggen dran. Anstrengend wurde es dann als wir durch auflaufendes Wasser der Gezeiten rudern musste, inklusiv Gegenwind. Man spürte schon, wie das Wasser von der Nordsee über die Maas bis hinauf zur Ijssel herein gedrückt wurde. Mit dem Wind von vorne war das wie das „Bingener Loch‘ stromaufwärts mit Gegenwind! Nachdem die Gezeiten ihren Höhepunkt erreicht hatten, wurde der Schluss wieder angenehmer und so kamen wir glücklich nach 54 km am Ausgangspunkt wieder an.

Am nächsten Tag lies Nathalie wieder ihr Netzwerk spielen und eine Ruderin aus dem „DE Delftsche Sport“ machte mit uns mit 2 Vierern eine Rudertour , zuerst durch das Stadtzentrum, dann durch die schöne Altstadt, anschließend ruderten wir um Delft herum, denn in Holland gibt es mehr Kanäle als asphaltierte Straßen. In einem herrlichen kleinen Dorf wurden wir schon zum Mittagessen erwartet und mit lauter kleinen landesüblichen Delikatessen, gebacken, gebraten und gegrillt verwöhnt. Wir konnten noch die große Bio-Anlage , wo alles nur erdenkliche Gemüse angebaut wird, besichtigen.

Zurück ging es, vorbei an vielen bunten Blumen und an Windmühlen, wie man sich eben Holland vorstellt und wie es auf den Bildern der alten Meister dargestellt ist.

Leider war dann auch der Abschied schon gekommen und wir haben uns vorgenommen, wieder einmal miteinander zu rudern.

Text: Inge Keufer mit genehmigten Auszügen von Bernd Kemmlemeier (Düsseldorf), Fotos: Inge Keufer

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